Bereits in den ersten Lebensmonaten haben wir für unsere Tochter eine Pflegestufe von der zuständigen Pflegekasse bewilligt bekommen.

Im Prinzip bedeutet das, dass die tägliche Pflege im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern bei ihr wesentlich aufwändiger ist. Je älter sie wird, desto stärker macht sich diese Tatsache bemerkbar, denn jetzt mit knapp drei Jahren ist der Unterschied zu Altersgenossen doch erheblich. Sie kann noch nicht laufen, weshalb sie überall hingetragen oder -gefahren werden muss. Sie wird über eine Magensonde ernährt, wogegen andere Kinder schon seit langer Zeit ihre Mahlzeiten alleine zu sich nehmen können. Ans Töpfchen ist noch gar nicht zu denken, wir werden unser Töchterchen wohl noch geraume Zeit wickeln müssen. Außerdem kann sie noch nicht sprechen und so müssen wir als Eltern jederzeit erahnen, was wohl ihre Bedürfnisse sind.

All das bedeutet zu einer normalen knapp Dreijährigen schon erheblich mehr Aufwand. Nicht, dass uns das stört, wir kümmern uns jeden Tag aufs neue gerne um unser “Baby” und erledigen all diese Aufgaben mit Hingabe.

Da die Mausbeere unser erstes Kind ist und wir auch nicht viel Kontakt zu anderen Familien mit Nachwuchs in diesem Alter haben, fehlt uns im normalen Alltagswahnsinn oft der Vergleich, wie es denn mit einem normal entwickelten Kind wäre. Von daher ist es für uns nicht ungewöhnlich, was wir so für unser Töchterchen tun müssen.

Gelegentlich bekommt man - zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt - aber auch kleine Einblicke in das Familienleben von Ottonormalfamilien und nach solchen Begegnungen kommt mir mein eigenes Kind doch des öfteren unglaublich pflegeleicht vor!

Unsere Mausbeere verfügt über eine ganz wunderbare Grundzufriedenheit, die uns als Eltern das Leben enorm vereinfacht! Eine Therapeutin bescheinigte ihr neulich eine fast schon buddhistische Gelassenheit, wie sie es bislang noch nie bei einem Kind erlebt hatte (und die gute Frau verfügt über eine jahrzehntelange Berufserfahrung!!!). Diese Vorzüge genießen wir quasi von Geburt an, denn unser Töchterchen hat vom ersten Tag an die ganze Nacht durchgeschlafen (wir Eltern mussten uns nur einmal nachts aus dem Bett quälen, um etwas Nahrung zu sondieren, währen die junge Dame friedlich weitergepennt hat) - ein Traum für frischgebackene Eltern! Und auch so kann sie sich prima selbst beschäftigen, ohne quengelig zu werden. Auch lange, anstrengende Tage in einer Großstadt, verbunden mit weiten Fahrten sind bei uns keine Seltenheit, die bestimmt bei manch einer Familie mit kleinen Kindern in einem Drama enden würden, wogegen unsere Mausbeere auch am Abend noch quietschvergnügt in ihrer Karre thront und ihre Umgebung beobachtet.

Dabei ist es nicht so, dass sie sich nicht auch gelegentlich in einen kleinen Terrorkrümel verwandeln könnte - wenn ihr etwas nicht passt, zögert sie keine Sekunde, um lautstarke Beschwerde einzureichen. Nein, sie ist einfach nur zufrieden und in gewisser Weise pflegeleicht - unsere ganz besondere, pflegebedürftige Tochter!

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