Kürzlich las ich in einem sozialen Netzwerk, dass sich eine Mama seit der Geburt ihrer besonderen Tochter einsam fühlt. Daraufhin habe ich mal überlegt, wie das so bei uns ist. Ich muss sagen, dass bei uns das genaue Gegenteil der Fall ist!

Früher hatte sie einen großen Bekanntenkreis aber nach und nach haben sich viele der alten “Freunde” zurückgezogen. Auch aus den darauf folgenden Kommentaren von anderen betroffenen Eltern las man heraus, das dieses Phänomen bei vielen Menschen auftritt, die ein Kind mit Handicap bekommen haben.

Daraufhin habe ich mal überlegt, wie das so bei uns ist. Ich muss sagen, dass bei uns das genaue Gegenteil der Fall ist! Mein Mann und ich waren seit jeher immer einzelgängerisch veranlagt.

Situationen, in denen man lockere Gespräche oder sogar Smalltalk (höchst gruselig!!!) führen muss, waren uns ein Graus und wir wären nie im Leben freiwillig auf eine Party oder so gegangen! Dass wir überhaupt zusammengefunden haben, lag an einer wohlmeinenden gemeinsamen Freundin, zu der wir mittlerweile schon gar keinen Kontakt mehr haben, aber der wir immer noch außerordentlich dankbar sind!

Die Geburt unserer Tochter hat unser Leben dann total auf den Kopf gestellt und uns so ganz nebenbei auch noch in mehr oder weniger gesellige Menschen verwandelt. Bereits in den ersten Wochen die unsere Mausbeere noch in der Klinik verbracht hat, waren wir gezwungen uns ständig mit irgendwelchen Leuten wie Ärzten, Schwestern oder auch Eltern von Mitpatienten zu unterhalten.

Mittlerweile haben wir mit der Dame ja immer sehr viele Termine zu absolvieren und so parliert man ständig mit irgendwelchen Therapeuten, Oberärzten, Rehatechnikern, Orthopädietechnikerinnen, Lernschwestern, Hilfsmittellieferanten oder einfach wildfremden Menschen auf der Straße und ertappt sich gelegentlich sogar dabei, dass es einem Spaß macht!

Mit einer Tochter wie unserer hat man irgendwie immer ein Gesprächsthema, was nicht zuletzt aber auch an ihrer fröhlichen und offenen Art liegt. Wenn sie jemanden auf ihre charmante Art und Weise angrinst hat sie im Handumdrehen sein Herz im Sturm erobert!

Neben diesen eher lockeren Kontakten haben wir aber auch viele nette Leute näher kennengelernt, die wir nicht mehr missen möchten (zum Beispiel auch über das Internet, das wir sonst eher zur Suche nach Informationen als nach Kontakten genutzt hatten) und wir treffen uns mittlerweile auch sehr gerne mit anderen Leuten auf ein Pläuschchen.

Sogar an einem Treffen der deutschlandweiten Selbsthilfegruppe zu “unserem” Syndrom haben wir teilgenommen - hätte uns das vor drei Jahren jemand prophezeit, wir hätten ihn für verrückt erklärt!

Glücklicherweise haben sich auch die wenigen - aber dafür sehr guten - Freunde seit der Geburt unserer Kleinen nicht zurückgezogen. Manche Freundschaften haben sich sogar intensiviert oder sind durch unsere Beere erst wieder aufgelebt. Und so freuen wir uns mit unserer Mausbeere über auch über die alte neue Geselligkeit!

 

Things you might like

Other articles you might enjoy...

Survey icon

Public Opinion…

Do you 'baby wear' your disabled child?