Eine ganz normale Woche

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by Stefanie Gronau
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Bevor ich Mutter geworden bin, hatte ich mir das Leben mit Kind irgendwie gemütlicher vorgestellt. Ich dachte, das Leben würde sich um regelmäßige Mahlzeiten, gemütliche Kuscheleinheiten, geregelten Schlaf und jede Menge Spiele drehen.

Da habe ich aber die Rechnung ohne unsere besondere Tochter gemacht, denn durch ihre vielen medizinischen Baustellen und die verzögerte Entwicklung haben wir praktisch von Beginn an immer einen prall gefüllten Terminkalender gehabt. Ich sage immer gerne, dass dieser so manchen Top-Manager an den Rand des Wahnsinns bringen würde. Und so ganz nebenbei will ja auch noch der normale Alltagswahnsinn gemeistert werden, der bei uns auch noch um einiges aufwändiger ist als normal. Zumindest kommt bei uns keine Langeweile auf, wie es bei mancher Mutter mit gesundem Kind ja gelegentlich der Fall sein mag.

Wenn ich am Montag unseren Terminplan für die ganze Woche betrachte, habe ich schon gar keine Lust mehr. Diverse Ärzte und Therapeuten wollen abgeklappert werden und so ganz nebenbei soll man sein Kind auch noch an irgendeinen Tagesrhythmus gewöhnen - quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Zum Glück ist unsere Tochter recht genügsam und erduldet es klaglos, in schöner Regelmäßigkeit von A nach B geschleift zu werden.

Als kleines Beispiel möchte ich mal eine besonders terminlastige Woche beschreiben, die wir im letzten Jahr erlebt haben. Zum Glück geht es meistens etwas ruhiger zu, aber ungewöhnlich ist diese Fülle an Terminen keineswegs:

Montag:

Zuerst haben wir eine Stunde Physiotherapie und am Nachmittag machen wir uns auf dem Weg, einen potentiell in Frage kommenden Kindergarten für unser Beere zu besichtigen (Fahrtzeit insgesamt eine Stunde).

Dienstag:

Die Dame von der Frühförderung kommt zu uns, aber am Abend können Mama und Papa dank der tollen Babysitterin ein paar Stunden entspannen.

Mittwoch:

Zum ersten Mal findet ein Eltern-Kind-Café in unserer Hörfrühförderstelle statt (Fahrtzeit insgesamt eine Stunde), am Nachmittag wieder Physiotherapie. Heute kommt dort zusätzlich unser Reha-Techniker, der uns einen sogenannten Stehständer anpassen will.

Donnerstag:

Wir bekommen Besuch von zwei Wohnberatern, da wir im Rahmen von Renovierungsarbeiten ein behindertengerechtes Bad einplanen, mittags Sefrühförderung (Fahrtzeit insgesamt eine Stunde), danach noch eine Impfung beim Kinderarzt.

Freitag:

Da bald wieder eine kleine OP ansteht, haben wir einen Termin in der zuständigen Uniklinik. Dort verbringen wir bestimmt vier Stunden und haben noch eine insgesamt zweistündige Fahrtzeit.

Puh, dann endlich Wochenende, an dem dann zum Glück nichts anliegt und wir endlich mal zur Ruhe kommen. Rückblickend betrachtet war es eigentlich gar nicht so schlimm, wenn man jeden Termin in Ruhe abklappert und nicht die prallgefüllte Woche im Ganzen betrachtet.

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