Wenn man mit seinem Kind viel Zeit im Krankenhaus verbringen muss, entwickelt man nach und nach ganz automatisch einige Strategien, es sich, trotz der widrigen Umstände, halbwegs gemütlich zu machen. Das ist mir gerade erneut bewusst geworden, als die Mausbeere kürzlich mal wieder ein paar Tage im Krankenhaus verbringen musste.

Als Vollzeit-Mama weiche ich natürlich nicht von ihrer Seite und checke immer als Begleitperson mit in der Kinderklinik ein und so ist es für mich eigentlich auch immer ein Krankenhausaufenthalt mit allem Drum und Dran. Außerdem bin ich auf der jeweiligen Station immer noch so etwas wie eine zusätzliche Krankenschwester. Die alltäglichen Pflegetätigkeiten, die bei einem Kind mit so besonderen Bedürfnissen, wie unserer Mausbeere es nunmal ist, zu erledigen sind, könnte eine normale Kinderstation überhaupt nicht leisten, ohne zusätzliches Personal zu ordern.

Glücklicherweise ist unsere Tochter zumeist auch im Krankenhaus ein sehr zufriedener Mensch und so muss ich mich nur sehr selten um ein besonderes Aufmunterungsprogramm fürs Kind kümmern. Ausgiebige Kuscheleinheiten und das Bett voller Lieblingsspielzeuge reichen da vollkommen aus.

Und damit sind wir eigentlich auch schon bei der oben angesprochenen Gemütlichkeit, die mir besonders bei unserem letzten kurzen Klinikaufenthalt aufgefallen ist. Da man ja die größten Teil des Tages in seinem Krankenzimmer verbringt (glücklicherweise hatten wir oft das Glück, ein Einzelzimmer zu ergattern), hat man plötzlich unglaublich viel Zeit - Zeit die im normalen Alltag zwischen Haushalt, Therapien und sonstigen Terminen leider oft sehr knapp ist. Die abertausend Kleinigkeiten, die man zu Hause tagtäglich zu erledigen hat, sind auf einmal ganz weit weg, das Essen bekommt man gebracht, es wird täglich geputzt - eigentlich herrlich! In den Genuss von so viel exklusiver Mama-Zeit kommt die Mausbeere an einem ganz normalen Tag daheim leider nur selten und so genießen wir es oft, einfach nur dazusitzen und zu kuscheln. Natürlich verbringt auch der Papa - soweit möglich - den Großteil seiner Freizeit bei uns im Krankenhaus und wir versuchen, uns den Klinikalltag so normal und angenehm wie möglich zu gestalten. Für uns stapeln sich schon einmal die Gesellschaftsspiele und Bücher im Klinikzimmer auf, und ein paar leckere Snacks die man sich sonst vielleicht nicht gönnt, sind auch griffbereit.

Wenn das Kind nicht an allzu vielen Strippen hängt, gibt es auch die Möglichkeit, mal einen kleinen Spaziergang zu machen. Ein paar Minuten an der frischen Luft und die Möglichkeit etwas anderes als die Zimmerwände zu sehen sind dann auch nochmal ein kleiner Kurzurlaub für Körper und Seele.

Natürlich würde ich jederzeit unseren normalen Alltagswahnsinn dem Krankenhaus vorziehen, aber wenn es denn schon sein muss, genießen wir auch gerne die ruhigen Momente ganz für uns alleine!

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