Normalerweise nehmen wir mit der Mausbeere ja nicht unbedingt an irgendwelchen Gruppen-Aktivitäten teil, die andere Familien so mit ihren Sprösslingen im Kleinkindalter gerne besuchen. 

Zum einen ist unser Terminkalender immer prall gefüllt, so dass man es sich gut überlegt, ob man sich noch einen weiteren Termin aufhalst und zum anderen hat man mit einem Kind mit so vielen Besonderheiten irgendwie andere Themen als "Wird mein Kind ein schlechterer Mensch, wenn ich zufüttere?" oder "Sollte man schon einen Chinesischkurs besuchen, bevor es Mama oder Papa sagen kann?". Es berührt uns eigentlich nicht sonderlich, dass andere Kinder sich im Vergleich zu unserer Beere schneller oder eben "normaler" entwickeln aber trotzdem lebt man irgendwie in einer Welt, in der andere Prioritäten gesetzt werden müssen.

Eine nette Truppe, die wir aber in unregelmäßigen Abständen sehr gerne mal treffen, ist unser ehemaliger Geburtsvorbereitungskurs. Als wir uns kennengelernt haben, hatten die Frauen alle eine dicke Bauchkugel und wir hatten noch keine Ahnung, dass in unserer ein ganz besonderes Überraschungsei verborgen war. 

Vor ein paar Wochen haben wir uns mit unseren mittlerweile 2,5-jährigen Kindern wiedergetroffen und es war wirklich spannend zu sehen, was aus den ehemaligen Bauchkugel-Bewohnern so geworden ist. Unsere Mausbeere war ganz selbstverständlich mit dabei und während die anderen Kinder herumgelaufen sind und das Thema Töpfchen höchst interessant war, hat sich unser Töchterchen fröhlich über den Boden gekullert und auf ihre Art mit den dort herumliegenden Spielsachen gespielt. 

Im Groben kennen ja alle unsere Geschichte (auch durch unseren Blog) und so kamen ihre Besonderheiten gar nicht groß zur Sprache. Vielmehr haben sich alle ganz selbstverständlich über ihre Fortschritte gefreut und man hat eigentlich über ganz alltägliche Dinge geplaudert, die Familien mit Kleinkindern halt so beschäftigen. Dabei war es ganz interessant, dass sich unsere Gedanken doch um recht ähnliche Themen drehen wie z.B. "Wollen wir noch ein Kind?", "Welcher Kindergarten ist der richtige?" oder die Probleme, die Mütter von kleinen Kindern in der Arbeitswelt haben.

Aber auch so unterscheidet sich unser Leben doch gar nicht so sehr von Familien die ein Kind mit "Normalsyndrom" haben. Auch unsere Wände im Wohnzimmer sind mit Unmengen entzückender Babyfotos von unserem Sonnenschein tapeziert, und wir machen uns genau so viele Sorgen, wenn sie krank ist. Beim ersten Lächeln sind wir dahingeschmolzen und tun dies auch heute noch bei jedem Grinsen oder wenn sie uns auf ihre Art ihre Zuneigung zu uns zeigt. Wir freuen uns unglaublich über jeden Fortschritt den sie macht, und als sie sich mit anderthalb Jahren zum ersten Mal alleine gedreht hat hätten auch Eltern, deren Spross gerade sein Abitur als Jahrgangsbester gemacht hat, nicht stolzer sein können!

Auch wenn man viel um die Ohren hat, lohnt sich doch gelegentlich ein Blick über den Tellerrand und man findet mehr Gemeinsamkeiten mit anderen als erwartet!

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