Neulich rief eine alte Bekannte bei mir an, mit der ich nur noch sehr losen Kontakt hatte. Sie ist vor einem halben Jahr Mama geworden und wollte mal fragen, ob ich nicht mal Lust auf ein Treffen mit unseren Kindern hätte. Die beiden wären ja von der Entwicklung her ungefähr in einem Alter und da wäre es doch eine gute Idee, wenn die beiden mal in Kontakt kommen würden!

Eigentlich ist ein solches Gespräch ja nichts Besonderes und findet täglich bestimmt mehrere hundert Male statt. Allerdings ist unsere Mausbeere schon fast drei Jahre alt und so folgte auf die Anfrage noch der kleine Zusatz “Sei mir nicht böse, wenn ich das so sage!”

Natürlich war ich an dieser Stelle weder gekränkt noch traurig, denn ich weiß ja ganz genau, dass unsere Mausbeere sich in ihrem eigenen und ganz gemütlichen Tempo entwickelt. Ganz im Gegenteil - ich war sogar froh, denn ich hatte selbst schon des öfteren mit dem Gedanken gespielt, für unsere Tochter mal nach jüngeren Spielkameraden zu suchen, die ihr vom Entwicklungsstand her entsprechen. Wir haben uns zwar gelegentlich mal mit Familien mit gleichaltrigen Kindern getroffen, aber davon hatte für unser Beerchen nicht wirklich viel. Aufgrund unseres recht prall gefüllten Terminkalenders ist es bei mir aber nur bei der Idee einer Spielkameradensuche geblieben. Von daher war ich froh, das jemand anderes die Initiative ergriffen hat.

Also habe ich mit meiner Bekannten einen Termin ausgemacht und bin zum vereinbarten Zeitpunkt mit unserer Mausbeere dort aufgetaucht. Wir hatten einen wirklich schönen Nachmittag - die “Babys” haben sich auf der Krabbeldecke herumgekugelt und mit den reichhaltig vorhandenen Spielsachen gespielt, während die Mamas gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammengesessen haben.

Es war für mich unglaublich interessant, die Kinder zu beobachten, denn sie sind zur Zeit wirklich erstaunlich ähnlich in ihrer Entwicklung! Die Art und Weise, wie sie die Spielsachen oder auch meine Halskette begutachten - die ersten Versuche, die Beinchen zum Stand einzustemmen - das Lachen, wenn man sie kitzelt oder in die Luft wirft (gut, letzteres ist bei einem sechs Monate alten Kind noch etwas einfacher…) - wirklich faszinierend!

Manche Mütter wären vielleicht an dieser Stelle traurig, dass ihr Kind das alles erst so viel später lernt, aber bei mir machten sich ganz andere Gefühle breit. Ich war unglaublich stolz auf mein Mädchen, dass es all diese ganz “normalen” Dinge tut - ganz von alleine, nach ihrem inneren Fahrplan - wenn auch etwas später als andere Kinder. Damit hatte ich nach der ganzen langen Zeit mit vielen medizinischen Problemen und Fördermaßnamen, die unseren Alltag bestimmen, irgendwie gar nicht gerechnet und war deshalb absolut positiv überrascht!

Ich freue mich jedenfalls schon auf unser nächstes Treffen, bei dem wir mal mit den Kleinen spazierengehen wollen - zwei Mamas mit ihren “Babys”.

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