Kinder, die über eine Magensonde ernährt werden müssen, bekommen oft eine spezielle Sondennahrung. Wenn keine besondere Diät erforderlich ist, können aber auch sondenernährte Kinder in den Genuss ganz normaler Nahrungsmittel kommen.

Ich persönlich bin von fertiger, oft synthetisch hergestellter Sondennahrung nicht unbedingt begeistert, denn ich halte eine ganz normale Ernährung mit leckeren, gesunden Lebensmitteln für das Allerbeste. Die Erfahrung, die wir in den letzten Jahren sowohl mit künstlicher Sondennahrung als auch mit selbstgemachter Sondenkost gemacht haben, bestätigen mich nur noch mehr in dieser Meinung.

Aber ich fange mal am Anfang an: unserer Mausbeere wurde mit einer Gaumenspalte geboren, also einer Fehlbildung des Rachens, die ihr den Schluckvorgang erschwert. Daher wurde ihr sofort nach der Geburt eine Magensonde gelegt, durch die sie ihre Säuglingsnahrung bekommen hat. Dabei war sie dem Trinken an sich gar nicht abgeneigt (ein Problem, dass bei vielen sondenernährten Kindern noch dazukommt) und ich erinnere mich noch an das winzige Miniatur-Menschlein, dass mit Eifer und Hingabe an der Flasche genuckelt hat. Trotzdem waren nach einer halben Stunde lediglich 10ml aus dem Fläschchen verschwunden.In den ersten Monaten, in denen ja alle Babys ausschließlich entweder Muttermlich oder fertige Babymilch bekommen, haben wir uns gar keine großen Gedanken darüber gemacht, was wir sondieren. Die Milch ist schön flüssig und passte problemlos durch die sehr dünne nasale Magensonde. Aber irgendwann braucht der Körper andere Nährstoffe und es wird mit der sogenannten Beikost, bestehend aus diversen Gemüse-, Obst-, oder Getreidebreien, begonnen. Für Kinder mit Magensonde gibt es dann spezielle Sondennahrungen, die vom Nährstoffgehalt an eine normale Ernährung angepasst sind, ansonsten aber nicht viel Ähnlichkeit mit Essen hat, das ja im Idealfall einen Genuss darstellt.

Also habe ich ein wenig im Internet gestöbert und z.B. unter www.sondenkinder.de viele Tipps und Tricks gefunden, wie man die Beikost und später ganz normale Lebensmittel sondentauglich machen kann. Das bedeutet zwar etwas mehr Aufwand, als die Verwendung fertiger Sondenkost, da man auch die einzelnen Nährstoffe und den Energiegehalt berücksichtigen muss. Aber ich finde, es vermittelt auch das gute Gefühl, seinem Kind mit selbstgemachter Nahrung etwas Gutes zu tun.

Im Idealfall kann das Kind dann sogar an den Familienmahlzeiten teilhaben, indem es das Essen in pürierter Form sondiert bekommt. Und der Genuss des Geschmacks muss einem per Sonde ernährten Kind nicht vorenthalten werden, da man ihm immer mal kleine Mengen der leckeren Mahlzeiten auf die Lippen oder sogar in den Mund geben kann. Das ist nicht nur eine ganz besondere, sinnliche Erfahrung, sondern regt auch gleichzeitig noch die Verdauung an, denn diese beginnt ja bekanntlich schon im Mund.

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